Wut ist so kraftvoll - und bei Frauen leider trotzdem oft schambesetzt - Maria Wadenpohl Psychologische Beratung & Online-Coaching nach Trennung und Krise für Frauen, die wieder selbst bestimmt leben wollen

Wenn die Wut kickt

„AAAAAAAH!“, schreie ich laut durch den Wald. So laut ich kann. Der Schrei kommt irgendwo ganz tief aus mir. Er klingt heftig, kräftig, gewaltig. So lange hat er in mir gewohnt und gewartet…. darauf endlich raus zu dürfen, befreit zu werden aus dem engen Gefängnis, in das ich ihn gesteckt hatte. So lange habe ich ihn unterdrückt und geknebelt. Denn ich konnte ihn einfach nicht zulassen. Oder WOLLTE ich ihn nicht zulassen?

„Es ist kompliziert“ – das ist der Status, den ich auf Facebook (was war das nochmal?) angeben würde, wenn es um die Beziehung zwischen mir und meiner Wut noch vor einigen Jahren geht. Ich liebte sie, schätzte sie, stand sehr auf ihre Kraft, bewunderte sie an anderen Frauen. Aber ich habe mich auch schon oft für sie geschämt. Zumindest dann, wenn ich meine Wut ansatzweise nach außen zeigte.

Weibliche Wut ist schambesetzt

Wut ist unter den Emotionen kein gern gesehener Gast. Vor allem bei Frauen nicht. Denn Wut verkörpert all das, was Frauen in der patriarchalen Konditionierung nicht sein sollen: Laut, stark, roh, heftig, kämpferisch, rebellisch, wehrhaft, furchterregend, unbeherrscht, zügellos usw.. Stattdessen sollen wir sanft, weich, angepasst, brav, artig, freundlich, liebevoll, zärtlich, bescheiden, süß, lieblich, elegant, folgsam, fein, ruhig, nachgiebig sein. Und allein während ich diese Adjektive aufzähle, bringt sich mein innerer Mittelfinger bereits wieder in Position. Deiner auch? Da ist es also, das Gefängnis, das die Wut unterdrückt und stattdessen die Scham hervorruft.

Wenn uns die Angst vor Verurteilung klein hält

Und selbst, wenn dir als Frau niemand explizit sagt „Hör auf, so wütend zu sein!“… es steckt doch generationen-tief in uns, dass es nicht okay ist, , ja, sogar gefährlich ist, dich auch nur für einen Moment der Wut hinzugeben, deine Stimme zu erheben, einfach nur bestimmt „Nein“ oder „Stop“ zu sagen – geschweige denn zu stampfen oder eine Tür zu knallen. Frauen, die ihre Wut zeigten, mussten früher mit harten Konsequenzen rechnen. Es war gefährlich! In Teilen dieser Welt ist es das immer noch. Und hierzulande? Frauen werden immer noch abgewertet und nicht ernst genommen, schnell als übertriebene Furien oder hysterisch bezeichnet. Eine wütende Frau ist „unprofessionell“, übertreibt oder „hat sich nicht im Griff“, ein Mann „schlägt halt mal ein bisschen über die Stränge“, gilt als leidenschaftlich, dominant oder durchsetzungsstark. Diese unterschiedlichen Zuschreibungen, dieses Rollenbild ist fatal für Frauen. Es lässt sie glauben, dass sie falsch sind, wenn sie wütend sind. Es lässt sie verstummen und Dinge hinnehmen, die sie zu Recht stören. Kurz: Es hält sie klein. Und das ist vor allem für Männer sehr bequem (wie immer gilt „not all men“, nur leider immer noch viel zu viele).

Wut ist eine Notwendigkeit

Sowohl in meiner persönlichen Reise mit diesem Gefühl, dieser Energie als auch in der Arbeit mit meinen Klientinnen erkannte ich irgendwann, dass es nicht nur wichtig, sondern NÖTIG ist, dass wir uns als Frauen wieder mit unserer Wut verbinden: Wut lässt uns unglaublich lebendig werden! Sie macht uns wach und auf das Überschreiten unserer Grenzen aufmerksam. Sie mobilisiert die Kraft, für uns einzustehen. Sie lässt uns produktiv werden, Veränderungen angehen oder Schluss-Striche ziehen. Auch, wenn ich manchmal immer noch Hemmungen habe, mittlerweile sind meine Wut und ich gute Freundinnen.

Wie du deine Wut ausdrücken kannst

Und so schreie ich an diesem Tag im Wald so laut ich kann, lasse die lang angestaute Wut raus. Und das ist ne Menge! In diesem Fall die Wut auf einen Exfreund, der nach der Trennung meine Grenze nicht akzeptiert hat. Sie überschritten hat – wieder und wieder. Mir den Kontakt aufdrängen wollte (was ich explizit & mehrfach auf verschiedenen Wegen sehr deutlich ablehnte) – bishin zum vor meiner Tür auf mich warten und einem Anruf von mir bei der Polizei. Dieser Wald-Schrei-Moment hat mich für diesen Moment sehr befreit und erleichtert. Er ist ein paar Jahre her. Aber ich fühle ihn noch sehr! Ehrlich gesagt, während ich mich gerade daran erinnere, spüre ich, dass ich das heute wieder gebrauchen könnte. Längst nicht mehr wegen des Kerls von damals! Sondern wegen diverser anderer Alltags-Frust-Momente. Und neben dem Schreien haben sich für mich auch diese Ausdrucksweisen von Wut bewährt:

-Kraftvolle Bewegung in Kombination mit passender Musik (Wut- und Rache-Fantasien im Kopf sind dabei optional ;))
-Steine mit sehr viel Schmackes ins Wasser werfen. Viiiiiiele Steine! ; ) So viele bis du außer Atem bist.

Falls du andere Methoden hast, wie du deine Wut zum Ausdruck bringst, schreib sie doch in die Kommentare! Vielleicht können wir uns alle noch etwas von dir abgucken. Und vielleicht hast du auch auch Lust, zu teilen, wie es dir mit deiner Wut geht.

Was du für dich und andere Frauen tun kannst

Was du noch für dich (und andere Frauen!) tun kannst: Beobachte deine Reaktion, wenn du eine Frau siehst, die sehr bestimmt oder wütend auftritt. Falls du feststellst, dass du sie innerlich dafür verurteilst und abwertest: ok, innerlich erstmal einen Schritt zurücktreten, durchatmen. Merk dir diese Gedanken genau und hinterfrage, ob es nicht genau die Art ist, wie du mit dir selbst sprichst, um deine eigene Wut zu unterdrücken. Dieser erste Schritt, dieses Bewusstsein ist der größte Schlüssel.

Deine Maria

PS: Falls du nach dem Lesen spürst „Oh Mann, ja, ich habe echt ein großes Thema mit meiner Wut!“, dann melde dich gerne für ein Gratis Kennenlern-Gespräch. In meinem Coaching sind Grenzen und Wut ein wichtiges Thema. Hier kannst du Kontakt zu mir aufnehmen. Ich freue mich auf dich. : )

Wer hier schreibt

Ich heiße Maria Wadenpohl und bin psychologische Beraterin für Frauen nach Trennung & Krise. In meiner Arbeite begleite ich Frauen 1:1 online dabei, sich selbst wieder zurück zu erobern! Ich helfe dir, wirklich bei dir anzukommen und mutige Entscheidungen zu treffen.

Ziel ist, dass du nicht nur über deine Trennung hinweg kommst, sondern in deine eigene Kraft zurückfindest: mit klaren Bedürfnissen, tiefen Werten, echten Grenzen und einem Leben, das sich wirklich nach dir anfühlt.

Was noch? Ich bin Jahrgang 1981, wohne zwischen Köln und Düsseldorf, liebe Wandern und Schreiben – offensichtlich. ; )

Zurück zu dir – In 3 Stunden zu innerer Klarheit

Wenn du gerade nach einer Trennung oder Krise überfordert und durcheinander bist oder das Gefühl hast, festzustecken: In meinem 1:1-Intensiv-Workshop von einmalig 3-4 Stunden begleite ich dich durch einen tiefgreifenden Reflektionsprozess.

Wir klären gemeinsam, wo du gerade stehst, sortieren deine Gedanken, Gefühle und inneren Konflikte. Du verstehst, warum du gerade festhängst, was dich blockiert und entwickelst nächste konkrete Handlungsschritte, um wieder zurück in deine Kraft zu kommen.

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