
Was dir keiner über Mut sagt
„Alles an mir will hier weg!“ -„Ich kann das hier einfach nicht mehr!“ – „Wenn das so weitergeht, brech‘ ich zusammen!“…
Herzrasen. Zitternde Knie. Übelkeit. Willkommen in meinem Herz und Kopf, bevor ich eine so genannte „mutige Entscheidung“ treffe.
Mut fühlt sich groß & stark an. Wirklich?
So fühlt sich das wirklich an. Zumindest für mich. Und das überrascht viele. Ich habe in meinem Leben schon einige Entscheidungen getroffen, die sehr viel verändert haben. Den gut bezahlten Job kündigen – ohne Anschluss-Stelle. Meine Scheidung. Meine Ausbildungen im psychologischen Bereich. Mehrere Trennungen. Eine Umschulung. Jobwechsel. Meine Selbstständigkeit. Freundinnen und Wegbegleiterinnen schauen oft auf meine letzten 10 Jahre und sagen Sätze zu mir wie „Maria, du bist so mutig!“ Und auf eine Art stimmt das wohl. Es fühlt sich in mir bloß oft nicht so an. Ich dachte immer, Mut fühlt sich stark an. Groß. Kraftvoll. Man spricht doch von „Löwenmut“. Aber warum fühle ich mich vor wichtigen Entscheidungen wie eine hinkende Gazelle auf der Flucht mit hängender Zunge?
Der falsche Mythos und was wirklich zu Mut führt
Es ist ein Riesen Irrtum, ein falscher Mythos, dass sich Mut VOR einer Entscheidung bereits mutig anfühlt. Es ist meistens das komplette Gegenteil. So erlebe ich es auch bei meinen Klientinnen. Vor dem Mut steht ihre Angst. Etwas, das sie zum verändernden Entschluss überhaupt motiviert. Ein Leidensdruck. Das Gefühl „So geht es nicht weiter“. Erschöpfung. Enttäuschung. Overthinking. Verzweifelt nach Lösungen suchen. Klopfendes Herz. Wackelige Knie. In die Enge getrieben. Manchmal sogar der Eindruck, dass diese Entscheidung völlig alternativlos ist. Etwa „Wenn ich nicht bald gehe, verschwinde ich komplett – in diesem Job, dieser Beziehung, dieser Art von Leben.“ Dramatisch? Für viele schon. Auf jeden Fall sehr unglamourös. Sehr real. Sehr unangenehm. Eben mehr humpelnde Gazelle als starker Löwe.
Und vorher die Angst
„Mut heißt nicht, keine Angst zu haben. Mut heißt nur, dass man trotzdem springt“, singt die deutsche Liedermacherin Sarah Lesch in ihrem Song „Da draußen“. Und das trifft es sehr gut. Vor einer Trennung (und teilweise auch danach) haben meine Klientinnen oft Angst vor diesem Schritt, vor dem Alleinsein, vor dem Schmerz, vor dem Leben „danach“. Eine Kollegin sagte einmal in einer ähnlichen Situation zu mir: „Du wartest darauf, dass die Angst verschwindet, um die Entscheidung zu treffen. Aber dieser Schritt ist ohne Angst nicht zu haben!“ Es ging mir durch Mark und Bein. Denn ich wusste sofort, was sie meint. Mut ist nicht das Gefühl der Angstfreiheit, es ist dieses „Ich hab Riesenangst! Ich mache mir Sorgen, was passieren könnte. Aber ich mach’s jetzt – dennoch!“
Sich mit der Angst befreunden
Das entspricht der neuronalen Realität in dem Moment: Die Amygdala im Gehirn schlägt Alarm und schreit „Achtung! Gefahr“. So wird die Angst- und Stressreaktion ausgelöst. In diesem Moment wird auch die Haltung entscheidend. Angst ist kein Feind. Sie ist nicht gegen uns. Sie meint es gut. Sie ist auf Sicherheit bedacht. Und jede Art von Veränderung bringt immer erstmal ein gewisses Maß an Unsicherheit. Zuerst hilft es meinen Klientinnen, das überhaupt zu wissen. Die innere Reaktion zu verstehen. Und die Angst eher wie deine überbesorgte Mutter zu betrachten. Du kannst sie für ihre gute, liebevolle Absicht anerkennen. So wird es in meinen Klientinnen meist schon viel ruhiger. In unserem Hirn schaltet sich dann der präfrontale Cortex hinzu, der zuständig ist für Impulskontrolle, Planung, Abwägung und wertegeleitete Entscheidungen.
Mut ist ein Verhalten
Mut kommt vom Machen. Kennst du diese Aussage? Sie stimmt. Mut gilt in der Psychologie nicht als Gefühl, sondern als Verhalten. Die Formel lautet Handlung trotz Angst = Mut. Und er ist auf diese Weise trainierbar. Je häufiger du die Erfahrung machst, dass du deine Angst erfolgreich überwindest und eben das tust, wovor du Angst hast, um festzustellen, dass nichts Schlimmes passiert, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass du dich wieder traust. Und das ist doch sehr motivierend, oder? Und so wechselte ich nicht nur 1x meine Arbeitsstelle, löste mich nicht nur aus meiner Ehe, sondern auch aus Beziehungen danach. Weil ich wusste: Ich bin bisher immer auf meinen zwei Beinen gelandet. Manchmal mit blauen Flecken, manchmal mit einer Narbe – und gleichzeitig immer ein bisschen klüger… und ja, irgendwie eben auch… mutiger.
DAS Zitat
Und weil ich so eine Zitate-Tante bin, gibt es jetzt zum Abschluss auch noch eines zum Nachdenken zum Thema Mut und Entscheidungen aus der Serie „Grey’s Anatomy“: „So, do it. Decide. Is this the life you want to live? Is this the person you want to love? Is this the best you can be? Can you be stronger? Kinder? More compassionate? Decide. Breathe in. Breathe out & decide.“
(Zitat-Übersetzung: „Also, tu es, entscheide dich! Ist das das Leben, das du Leben willst? Ist das die Person, die du lieben willst? Ist das das Beste, was du sein kannst? Kannst du stärker sein? Freundlicher? Empathischer? Entscheide dich. Atme ein. Atme aus & entscheide.“)

Wer hier schreibt
Ich heiße Maria Wadenpohl und bin psychologische Beraterin für Frauen nach Trennung & Krise. In meiner Arbeite begleite ich Frauen 1:1 online dabei, sich selbst wieder zurück zu erobern! Ich helfe ihnen, wirklich bei sich anzukommen und mutige Entscheidungen zu treffen.
Ziel ist, dass sie nicht nur über ihre Trennung hinweg kommen, sondern in die eigene Kraft zurückfinden: mit klaren Bedürfnissen, tiefen Werten, echten Grenzen und einem Leben, das sich wirklich nach ihnen anfühlt.
Was noch? Ich bin Jahrgang 1981, wohne zwischen Köln und Düsseldorf, liebe Wandern und Schreiben – offensichtlich. ; )

Zurück zu dir – In 3 Stunden zu innerer Klarheit
Wenn du gerade nach einer Trennung oder Krise überfordert und durcheinander bist oder das Gefühl hast, festzustecken: In meinem 1:1-Intensiv-Workshop von einmalig 3-4 Stunden begleite ich dich online durch einen tiefgreifenden Reflektionsprozess.
Wir klären gemeinsam, wo du gerade stehst, sortieren deine Gedanken, Gefühle und inneren Konflikte. Du verstehst, warum du gerade festhängst, was dich blockiert und entwickelst nächste konkrete Handlungsschritte, um wieder zurück in deine Kraft zu kommen.