Wenn Frauen nach der Trennung Leere fühlen... Maria Wadenpohl Psychologische Beratung & Online-Coaching für ein selbst bestimmtes Leben nach Trennung und Krise

Warum es ok ist, wenn du nach der Trennung wenig fühlst

Ich sitze im Auto – nach DEM Gespräch. Wir haben beide viel geweint. Er hat mich sehr oft an sich gezogen, gekämpft. Er hat Fragen gestellt, deren Antwort er längst kennt – oder zumindest kennen müsste, wenn er vorher zugehört hat. 

Es war kein wütender Abschied, aber ein sehr, sehr trauriger. Ich hatte es geahnt, nein, gewusst. Also hatte ich das, was ich sagen wollte, in einen Brief geschrieben. Mir war klar, dass es hilfreich ist, wenn ich mich in diesem Moment an etwas festhalten kann – und sei es nur ein Stück Papier. Und vielleicht – so hatte ich überlegt – ist es auch für ihn besser, wenn er es nochmal lesen kann, nachdem der erste Gefühlssturm vorüber ist. Wer kann schon gut alles aufnehmen, wenn die Emotionen gerade maximal überwältigend sind?

Das große NICHTS nach der Trennung

Ich sitze also im Auto und fahre nach Hause. Zurück zu mir. Ich spüre den beginnenden Heulkopfschmerz. Ich spüre Erschöpfung und ansonsten… Nichts. Da ist keine Erleichterung. Da sind keine Tränen mehr, keine Wut. Einfach nur Leere. Und obwohl diese Leere und ich uns nicht fremd sind, frage ich mich doch kurz wieder, ob etwas mit mir nicht stimmt. Müsste ich jetzt nicht irgendwas fühlen? Ich bekomme ein schlechtes Gewissen. Ich drehe Christina Aguilera’s „Cruz“ auf. „I’m leaving today. Living it, leaving it to change“. Ich liebe den Song. Er berührt mich jedes Mal. Aber diesmal… immer noch: nichts.

Funktionieren, nur ohne Gefühl

In den nächsten Tagen mache ich weiter mit meinem Leben. Ich gehe zur Arbeit, erzähle den Kolleginnen, was passiert ist, damit sie meine Stimmung einordnen können. Aber meine Stimmung ist… irgendwie nicht vorhanden. Also klar, mein Kopf sagt mir, dass es richtig ist, den Schritt vollzogen zu haben, nachdem ich mich dem Moment in den letzten Monaten emotional täglich genähert hatte, nachdem ich alle Gedankenszenarien 100fach durchgespielt, mich innerlich gedreht und gewendet hatte… Aber dieses „richtig“ spüren? Fehlanzeige.  Ich gehe zum Sport. Ich funktioniere, spreche mit meiner Mutter und Schwester und antworte auf „Wie geht’s dir?“ mit „gut“. Weil: Was soll ich auch sonst sagen? Es geht mir ja nicht schlecht. Es geht mir… einfach gar nicht?! Es ist eine Erfahrung, die ich mit vielen meiner Klientinnen teile.

Wenn dein System auf Puffer-Modus schaltet

Es wird eine Weile dauern bis die Gefühle wieder durch meine innere Watteschicht dringen. Dann sind sie zurück und es fließen wieder ein paar Tränen. Mein innerer Mittelfinger fährt aus. Ich spüre Enttäuschung und ja… auch zunehmend wieder Freude! Deutlich mehr Freude als vorher. Heute weiß ich: Dieser Weg ist „normal“. Diese Watteschicht, diese Leere ist ein Schutzmechanismus, der mich und meine Klientinnen davor bewahrt, emotional völlig überwältigt zu werden von der Intensität der Emotionen. Psychologisch und neurologisch gesehen: Es ergibt Sinn. Wir fühlen einfach schon sooo viel vor und während der Trennung. Der Weg dorthin war bereits superemotional. Das tränenreiche Gespräch mit ihm war der absolute Höhepunkt. Danach schaltete das System auf „Puffer-Modus“, damit wir weitermachen können. Und das ist auch gut so! Denn unser Leben geht weiter und verlangt, dass wir handlungsfähig bleiben.

Das schlechte Gewissen darf zur Ruhe kommen

Wenn du dich also auch nach einer Trennung fragst, warum du so wenig spürst: Du bist nicht kalt. Du bist nicht falsch. Mit dir ist alles okay. Egal, was dir dein Ex oder seine Familie versucht einzureden. Und du musst gerade überhaupt gar nichts fühlen! Deine Reaktion sagt nichts über dich als Mensch aus. Auch nichts über die Qualität der Beziehung. Und hey, du hast wahrscheinlich – genau wie ich – bis zur Trennung bereits einen emotionalen Marathon-Lauf hinter dich gebracht. Außerdem: Du gehst von einem Menschen, der dir mal sehr nah war, mit dem dich viel verbunden hat. Dass jetzt wenig Gefühle durchkommen, ist eine intelligente Reaktion deines kompletten Systems, um dich vor Ein- oder Zusammenbruch zu schützen. So kannst du dein Leben weiterleben. Und irgendwann… irgendwann fühlst du wieder. Und zwar eine Menge! Aber dazu ein anderes Mal.

Jedes Gefühl nach der Trennung hat seine Berechtigung, auch Traurigkeit

Übrigens: Es ist genauso wenig falsch an dir, wenn du direkt nach der Trennung schon sehr viel fühlst! Man kann in der Psychologie fast nie logische „wenn-dann“-Formeln aufstellen. Menschen reagieren sehr unterschiedlich. Falls du diejenige bist, die nicht einfach weitermachen und funktionieren kann, auch das ist in Ordnung. Du bist weder schwächer, noch seltsamer als andere. Sowohl ich selbst als auch meine Klientinnen haben schon sehr unterschiedlich auf Trennungen reagiert – je nach Phase, Lebenssituation und Verfassung. Manchmal kann der Alltag dann zu überfordernd sein – und dann hilft es, sich etwas Zeit zu nehmen, um das Nervensystem wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Nach einer Trennung gilt immer: Jede Reaktion darf sein!* Und wir treffen uns an dem Ort jenseits von richtig und falsch. An dem Ort, der Mensch-Sein heißt – mit allen Facetten, die dazu gehören!

Also, egal ob du gerade viel oder wenig spürst nach diesem schweren Schritt. Es wird besser. Es braucht nur Zeit. Einen Fuß vor den anderen. Tag für Tag. Atmen. Das reicht. 

Deine Maria

PS: Wenn du merkst, dass du gerade nicht gut klarkommst mit dir, der Trennung und all den Zuständen und Gefühlen, durch die du gerade gehst: In meinem 3-stündigen 1:1 Intensiv-Workshop unterstütze ich dich in diesem herausfordernden Prozess von Verarbeitung, Akzeptanz und Neuausrichtung – bis du dich wieder ganz wie du fühlst. Hier kannst du dich dazu informieren.

*so lange du niemandem schadest inklusive dir selbst

Wer hier schreibt

Ich heiße Maria Wadenpohl und bin psychologische Beraterin für Frauen nach Trennung & Krise. In meiner Arbeite begleite ich Frauen 1:1 online dabei, sich selbst wieder zurück zu erobern! Ich helfe dir, wirklich bei dir anzukommen und mutige Entscheidungen zu treffen.

Ziel ist, dass du nicht nur über deine Trennung hinweg kommst, sondern in deine eigene Kraft zurückfindest: mit klaren Bedürfnissen, tiefen Werten, echten Grenzen und einem Leben, das sich wirklich nach dir anfühlt.

Was noch? Ich bin Jahrgang 1981, wohne zwischen Köln und Düsseldorf, liebe Wandern und Schreiben – offensichtlich. ; )

Zurück zu dir – In 3 Stunden zu innerer Klarheit

Wenn du gerade nach einer Trennung oder Krise überfordert und durcheinander bist oder das Gefühl hast, festzustecken: In meinem 1:1-Intensiv-Workshop von einmalig 3-4 Stunden begleite ich dich durch einen tiefgreifenden Reflektionsprozess.

Wir klären gemeinsam, wo du gerade stehst, sortieren deine Gedanken, Gefühle und inneren Konflikte. Du verstehst, warum du gerade festhängst, was dich blockiert und entwickelst nächste konkrete Handlungsschritte, um wieder zurück in deine Kraft zu kommen.

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